Bevolina! Eine unvollendete Geschichte

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BEVOLINA

 

Die unvollendete Geschichte einer unendlichen Liebe...

 

Vorwort

 

… sie befinden sich im alten Ägypten, lange vor unserer Zeit. Zwei Menschen begegnen sich in Liebe und sind dabei den Zwängen ihrer Kultur ausgeliefert. Ihr Leben baut sich auf den Grundlagen von alten, längst vergangenen, kulturellen Strukturen auf. Der gesellschaftliche Stand von Raminde und Oseiron erlaubt diese Liebe nicht. Sie werden verfolgt und gedemütigt. Dennoch, es wird ein Kind das Licht dieser Welt erblicken. „BEVOLINA“.

 

Liebe ist zeitübergreifend! Das wissen die beiden Liebenden zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch sie werden es verstehen lernen! Sie begreifen den zeitübergreifenden Charakter unseres Universums erst sehr viel später, in einer anderen Epoche, in einer anderen Realität.

 

Von dem Augenblick ihrer ersten Begegnung an erfahren sie was lieben heisst, was es bedeuten kann einen anderen Menschen nicht nur zu begehren, sondern ihn aufrichtig, ehrlichen Herzens in das eigene Leben zu integrieren. Aber die Gesellschaft in der sie hineingeboren wurden, sieht das Leben der beiden, ihre aufrichtige Liebe zueinander, völlig anders. Denn die beiden haben eine Aufgabe zu erfüllen, die sie jeweils in eine andere, zeitgemäße Rolle drängt. Die Regenten ihrer Epoche beobachten diese Entwicklung der beiden liebenden mit kritischen Augen und entwerfen einen nahezu gnadenlosen Plan, der Raminde und Oseiron auf ewig verfolgen wird. Bis in die endlosen Zeiten hinein…

 

Der Leser wird parallelen zur heutigen modernen, zeitgemäßen Lebensart feststellen und sich fragen: Wie ist das möglich? Was haben die Menschen dieser Erde gelernt? Warum sind die Dinge so wie sie sind? Aber vor allem werden sie sich die Frage stellen? Hat es diese Geschichte tatsächlich gegeben und wenn ja? Was ist aus Bevolina geworden?

 

Es eröffnet sich dem Leser ein Bild, dass ihn zum einen an längst vergessene Orte im alten Ägypten führt und zum anderen an moderne, allgegenwärtige Vorgänge und emotionale Gefühle erinnert. Die Autoren verknüpfen altes Wissen aus der ägyptischen Mythologie mit der Weltauffassung von heute. Sie werden in eine Welt der Gefühle, Rituale, Emotionen und Liebe entführt, die den Leser eventuell in eigene Erinnerungen zurückführt…

  

 
Lange vor unserer Zeit

 

Das Gebet

 

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er Priester wendet sich dem Volk zu und spricht sein Gebet. Das lange, weiße Priestergewand umschlingt den muskulösen Körper und

verdeckt seine wahre Gestalt vor dem Volk. Er hat schulterlanges, blondes lockiges Haar. Die Stimme klingt ruhig und monoton. Alle Aufmerksamkeit ist auf ihn gerichtet. Die Menschen hängen an seinen Lippen und saugen die monotonen, ruhig klingenden Worte förmlich auf. Wie von Geisterhand geführt wiegen sie sich im Takt der leisen Musik im Hintergrund und erzeugen einen Ton der an ein dumpf klingendes „Om“ erinnert. Auf einer steinernen Empore am rechten Flügel der Halle stehen die Priesteranwärter. Sie hören die Worte ihres Meisters und beten inbrünstig. Sie beten für das Seelenheil des ägyptischen Volkes. Ihres Volkes! Ihre Gedanken führen sie weit zurück in die Vergangenheit. In eine Welt in der es kein Leid, keine unglücklichen Menschen, sondern nur „Liebe und Wissen“ gab…

 

Die Menschen aus dieser längst vergangenen Zeit kannten kein Neid, keinen Hass, keine Feindschaft sondern nur reine, unverfälschte Liebe. Ihre Lebensphilosophie richtete sich nach festen, universellen Gesetzen. Nach einem Mechanismus deren Grundlage positive, alles durchdringende Energie beinhaltet.

 

…Die Melodie im Hintergrund und die sonore, sanfte Stimme ihres Meisters versetzt die Priesteranwärter in einen tiefen meditativen Bewusstseinszustand. Die Worte des Meisters gehen in ihren Wissensschatz ein und erzeugen eine sanfte, energetische Schwingung, die den gesamten Körper durchzieht. Sie wissen, wenn sie dieses Gefühl spüren, werden alle eins mit dem Universum. Sie verbinden sich mit all dem lange verschollenen „alten Wissen ihrer Vorväter“. Diese Präsenz durchdringt die Halle, ergreift das ägyptische Volk und versetzt es in einen Zustand der tiefe, in eine Schwingung die alles umschließt, die sie spüren lässt wie wichtig „Einigkeit“ sein kann.

 

Unter den Priesteranwärtern befindet sich eine ältere Frau. Sie scheint über die Zeremonie zu wachen. Es erweckt den Anschein als ob die Frau bewusst kontrolliert und den Ablauf akribisch genau analysiert. Ihr Blick ist fest. Die zusammengezogenen Augenbrauen und die abwärts zeigenden Mundwinkel lassen vermuten was sie denkt, was sie von der Atmosphäre in der Halle hält. Während dessen treffen sich die Blicke des Meisters und der älteren Frau für den Bruchteil einer Sekunde. Dem Meister ist klar, dass es zu Problemen mit den Hohen Priestern kommen wird. Sie verfolgen eine Politik der Macht, mit der alles kontrolliert werden soll. Die Gesellschaft die sie aufbauen, ist nicht die der Vorväter. Das „alte Wissen“ ist den Regenten dieser Gesellschaft ein Dorn im Auge. …

 

Die Zeremonie

 

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er Berg vor der Pyramide, mit dem kolossalen Tempel davor, ist in diffuses Licht getaucht und wirkt nahezu gespenstisch. Es zeigt sich ein Sonnenuntergang am Abendhimmel, der verantwortlich ist für diesen Eindruck und versetzt die Menschenmenge zu beiden Seiten des Prozessionsweges, der vom Berg zum Pyramidentempel hinab führt, in eine gleichzeitig seltsam mediale, erwartungsvolle Stimmung.

 

Sie bereiten sich auf eine Zeremonie vor, die für alle Beteiligten schwer sein wird und einen dauerhaften, tiefen Schmerz mit sich bringt.

 

Ihre Blicke führen hinauf an die Bergspitze, zu einer jungen Frau. Sie steht aufrecht, stolz und dennoch wirkt sie nachdenklich. Ihr Blick geht in eine unendliche Weite, ins Nichts. Die langen, lockigen schwarzen Haare wehen im seichten Abendwind. Ihre mystisch wirkende, nachdenkliche Erscheinung vermittelt den Zeremonieteilnehmern den Eindruck einer sehr starken, nachdenklichen aber auch unendlich traurigen Frau. Mit dem Gedanken an das Kind das sie unter ihrem Herzen trägt, flüstert sie leise für alle anderen unhörbar:  „Es ist so schön dich zu spüren mein Liebling – mein geliebtes Baby…“. Ein kurzes Lächeln huscht über ihre Lippen, während kaum sichtbare Tränen aus ihren Augenwinkeln fließen und die sanft, geschwungenen Wangen benetzen. Sie hält mit beiden Händen ihren Bauch umklammert als wollte man ihr etwas nehmen. In diesen Momenten taucht, wie so oft, das Bild eines Mannes vor ihrem geistigen Auge auf. Wie geht es ihm? Was tut er jetzt? Steht er hier, in der Nähe? Wird er es verwinden? Sehen wir uns irgendwann, in einem anderen Leben, wieder?

 

Während sie den Prozessionsweg in langsamen, bedächtigen Schritten hinab schreitet, gehen Raminde diese und viele andere Gedanken durch den Kopf. Sie denkt an die Zeit als es begann. Als wie durch einen Zufall, Oseiron, der Mann an den sie ständig denken muss, in ihr Leben getreten ist. Diese ständig wiederkehrenden Gedanken sind ein dauerhafter Wegbegleiter und bohren sich tief in das verletzte Herz dieser starken Frau. Raminde schreitet den Prozessionsweg weiter hinunter. Sie kann diese Gedanken nicht mehr kontrollieren. Wie von selbst kehrt die Erinnerung an diese wunderschöne, vergangene Zeit zurück. Oseiron ist in ihrem jungen Leben erschienen, als sie in der Blüte ihrer Jugend stand. Die Ausbildung ging damals dem Ende zu. Ihr Vater, Esahra, beobachtete diese Entwicklung zu dieser Zeit kritisch, unterstütze seine Tochter aber in allen Fragen und Problemen die sich mit dieser beginnenden Liebe einstellten.

 

In diesem Moment werden die Menschen unruhig. Ein Raunen geht durch die Menge. Die Blicke richten sich nach unten zum Pyramidentempel, wo sich in der Abenddämmerung die schweren Holztore des Tempels langsam öffnen. Ein Priester schwängt zwei helle Fackeln. Er zieht mit ihnen zwei Kreise die sich im Uhrzeigersinn zu seiner rechten und linken Hand bewegen. Hinter ihm tauchen zwei Reihen von Trommlern auf, die ihr Instrument in interwallartigen auf und abschwellenden Tönen erklingen lassen. Dieser Prozessionszug tritt langsam und bedächtig in die Abenddämmerung hinaus und nimmt rechts und links vom Tor Aufstellung. Im Zentrum des Tores erscheinen vier Gestalten die in lange, weiße, den Körper umschließende, Gewänder gehüllt sind. In ihren Händen befinden sich Fanfaren. Es sind sehr lange, schmale, kupferne Röhren deren Ende sich nach außen hin aufwölbt wie ein Trichter. Das wertvolle Metall spiegelt die mystisch anmutende Abenddämmerung wieder und erzeugt ein Glitzern und Funkeln das seine Wirkung auf die Prozessionsteilnehmer nicht verfehlt. Viele von Ihnen sind das erste Mal bei einer solch außergewöhnlichen Zeremonie dabei. Bei einigen von Ihnen verschaffen sich Zweifel, Sorge um die Frau, oben auf der Bergspitze und pure Ablehnung dieser alten Zeremonie gegenüber, den Weg in ihre Realität, in ihre Lebensart. Diese Szene zieht dennoch die Blicke der Menschen auf sich. Niemand von den Anwesenden bemerkt die unendliche Traurigkeit Ramindes. Außer Oseiron. Er steht weit abseits vom Prozessionsweg, im inneren des Tempels, in der Großen Zeremoniehalle unter vielen wartenden Menschen. Oseiron darf sich der Szene vor dem Tempel auf keinen Fall nähern. Die gesellschaftliche Stellung die er unter den herrschenden Regenten innehat, verbietet es ihm. Er ist dazu verdammt abseits zu stehen und tatenlos zuzusehen. Seine Gedanken sind bei Raminde, oben auf dem Berg vor der Pyramide, allein und verlassen. Oseiron kann ihre Gedanken deutlich spüren, ihren Schmerz nachempfinden. Es bereitet auch ihm unendliche seelische Qualen. Fluchtgedanken durchziehen sein Bewusstsein und bahnen sich den Weg bis in die Realität. Dennoch, er fügt sich in das unausweichliche Schicksal. Der brutale Akt der Zerstörung von leben und Wissen hat in diesen Minuten begonnen…

 

Die bevorstehende Zeremonie wird ihn und Raminde in diesem Leben, auf eine brutale Weise trennen. Ihm bleibt nur noch die einzige Hoffnung auf ein Wiedersehen in einer fernen Zeit… in einem Land mit zwei Sonnen. Das Land des alten, lange vergessenen Wissens! Sein Herz schlägt während dieser Überlegungen, die voller Schmerz aber auch Hoffnung sind, im Takt der leise bis zu ihm dringenden, rhythmischen Trommeln und Fanfarenklänge. Sie sind wie eine Warnung, wie Gefahr, Schmerz und Freude auf eine Wiederbegegnung zugleich…

 

Raminde, die junge Frau die dort oben ganz allein, einsam und mit verletzter Seele, ihr Kind unter dem Herzen tragend, auf der Bergspitze steht, schreitet mit dem ersten Fanfarenton sehr langsam den Prozessionsweg zum Tempeleingang hinab. Die Tränen in ihren Augenwinkeln kann niemand sehen. Sie weint leise, still, allein mit ihrem Kind und hält dennoch den Kopf aufrecht, stolz und gerade hinab zum Tempel gerichtet. Niemand soll die Schwächen bemerken, niemand soll sich an ihrem Leid laben können, dass sind ihre Gedanken. Sie ist stark! Ihr Glaube auf eine glücklichere Zukunft, mit dem Mann den Sie innig und aufrichtig liebt, reicht weit hinaus in das Universum, in eine ferne unendliche Zeit. Sie spürt ihr Baby, die Bewegungen des kleinen Menschen und weint leise und unbemerkt… Der Gedanke, dass sie es nur noch sehr kurze Zeit bei sich haben wird, quält sie unendlich stark. Ihr geliebtes, kleines Baby wird ohne sie aufwachsen, ohne den Vater. Unter fremden Menschen lernen, leben und leiden müssen…

 

„…es schmerzt, es schmerzt so stark, ich bekomme kaum Luft – reiß dich zusammen Raminde, du wirst den Weg mit Stolz gehen, Stolz für …ach, Oseiron, mein lieber Oseiron, hilf mir bitte, komm zu mir und flieh mit uns, ins Land der zwei Sonnen… unser Baby, oh du lieber Gott – lass mich diesen Weg nicht gehen müssen…“

 

„Raminde“, die Stimme riss sie aus ihren Gedanken. “Raminde, komm mein Kind es wird wohl Zeit.“

 

„…die Stimme, ich kenne diese sanfte Stimme des Mannes, der immer für mich da war, in jeder Sekunde meines Lebens. Von Anfang an begleitete und umsorgte er mich, zog mich groß und lehrte mich all sein Wissen – mein Vater, Esahra!“

 

Esahra´s blaue Augen funkelten im Licht der Dämmerung und füllten sich mit Tränen.

 

„…Nein, er muss die Emotionen im Zaum halten, es ist alles in Ordnung so, wie es die Situation hervorbringt. Er wird mich begleiten, diesen schweren Weg bis zum Eintritt in die nächste Dimension – die Dimension des Lichts. Damals hat man mich  in seine Arme gelegt und nun werde ich ihm wieder entrissen. Wie wird das Enden?

 

Esahra, ihr Vater, empfängt die Gedanken seiner geliebten Tochter. „Öffne ich meine Arme freiwillig und lass sie gehen? Ja, denkt er sich: dann ist sie befreit von Leid und Qual, sie muss nur noch diesen Weg gehen. Sie passt nicht in diese Welt, ihre Welt ist eine Andere…“

Esahra, ein ihr vor 24 Jahren zugeteilter Vertreter des Gottes von Orion. Er hatte sich damals der kleinen Raminde angenommen und erhielt die ehrenvolle Aufgabe, diesen Wirbelwind zu erziehen und in den Künsten des Lebens und des heiligen Wissens auszubilden. „Ein kurzes Lächeln überflog seine Lippen.“ Dann wurde er wieder ernst und sein Blick schweifte zu Raminde. Wie sie da steht, voller Stolz und Stärke und doch hört er ihre Seele schreien – sein Herz krampft sich zusammen – er denkt daran, wie es wäre, wenn sich jetzt – jetzt in diesem Moment der Erzeuger des ungeborenen Kindes zu erkennen gäbe – wäre es Glück oder Unglück?

 

Esahra lächelt seiner Tochter, Raminde, zu. Doch dieses Lächeln kannte sie in dieser Art nicht – Raminde möchte sich am Liebsten in seine Arme stürzen und Schutz suchen. So wie sie es als kleines Kind immer tat, sobald sich die Energien der Atmosphäre entladen haben und von einem dunklen Donnergrollen begleitet wurde.

Beide wissen: es ist der letzte gemeinsame Weg den sie jetzt zusammen gehen werden. Aber sie wissen um die alten weisen Lehren, die besagen, dass sie sich in der Dimension des Lichts wieder treffen werden.

 

Eine Stimme, die sie zusammen zucken ließ, ermahnte Raminde zum Weiterschreiten und forderte sie auf, sich dass Blut vom Hals zu wischen, damit sie nicht so unreinlich in der Pyramide vor den hohen Priestern erscheint.

 

Kalt und voller Hass fühlt Raminde die Blicke einer Frau, die neben ihr den Weg entlang schreitet, um sie zu kontrollieren. Diese Blicke gehörten Asolah, eine sehr attraktive Frau, fortgeschrittenen Alters. Eine Frau von sehr hoher und eleganter Statur – Augen wie die wilden Ozeane, aber kalt wie die Eisberge von Lamoure. Asolahs Blick streift den gewölbten Bauch Ramindes.

 

„Nein, denkt Raminde während dessen, Asolah hasst mich nicht, es gibt keinen Hass auf diesem Kontinent – meine Gedanken sind unrein.“

 

Ihr Gang wird immer schwerer, Raminde bemerkt, wie das Blut aus der Öffnung am Hals herausläuft. Ihre Atmung wird schwerer und der Schmerz immer unerträglicher. Niemals wird sie in die Augen ihres geliebten Kindes blicken dürfen, die zarten Wangen liebkosen um ihm zu sagen, wie sehr sie es liebt. Das Lachen, die ersten Worte und Schritte werden Raminde versagt bleiben. In dem Leben ihres Kindes wird sie keinen Platz einnehmen dürfen. Nicht in dieser momentanen Welt. Soll das die Gerechtigkeit sein, von der die Regenten dieser Epoche sprechen und lehren? Sind das die Weisheiten die dem Volk, Freiheit und Liebe vermitteln sollen? Ihre Gedanken rasen, sie überschlagen sich bei diesen Überlegungen. Sie fragt sich: Was wird aus meinem Kind? Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Wird Oseiron sich seiner annehmen können? Sind die Götter gnädig? - mit Oseiron? -  mit mir? -  mit uns?

 

Unten im Tal hört sie die Fanfarenklänge, drohend, unerbittlich und Unheil verheißend. Ihr Herz krampft sich zusammen. Das Blut fließt aus der Öffnung ihres Halses.

 

Ramindes Halsöffnung

 

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ie Lehren des Landes mit den zwei Sonnen besagen, dass die Fähigkeiten der Priester des „Zwei - Sonnenlandes“ auf den 6. Sphärenraum der 8. Dimension zurückgreifen können. Dort leben Wesen deren energetische Körper in der Lage sind dimensionsübergreifend zu agieren. Deren Wissen umfasst die universelle Lehre allen Seins! Die Effekte, die sich für uns Menschen aus diesem Wissen ergeben, erstrecken sich auf alle Sinneswahrnehmungen. Aus diesem Grund gelingt es vielen Menschen telepathische Verbindungen aufzubauen, mentale Wahrnehmungen zu erleben und mit der Kraft ihrer Gedanken Dinge und Abläufe zu beeinflussen. Die Grundlage dafür sind die universellen, energetischen Verbindungen, die alles Existierende miteinander verknüpfen und unter den normalen Bedingungen alle Lebewesen dieses Universums in die Lage versetzen, sich mit allem zu vereinen. Sie besitzen die Fähigkeiten, sich geistig in die informationstragenden Energielinien einzuschalten.

 

Dafür ist eine spezielle Ausbildung nötig die das Bewusstsein derjenigen Menschen die dazu berufen sind, trainiert und ausprägt.

 

Um die Gleichschaltung der menschlichen, energetischen Kraft mit dem informationstragenden Energiegitternetz des Universums erreichen zu können, ist es notwendig, alle verfügbaren geistigen Kräfte miteinander zu synchronisieren, um die eigenen Kräfte auf das Ziel zu fokussieren.

 

Raminde hat sich diese Fähigkeiten seid sehr langer Zeit angenommen, sie trainiert und ausgebildet. Im Verlauf  ihrer Ausbildung prägten sich bei ihr jedoch auf der Grundlage der Lehren des „zwei Sonnenlandes“ besondere Fertigkeiten aus. Sie ist in der Lage den Menschen ihrer Zeit durch die bloße Anwesenheit ihrer alles umschließenden Energie, Frieden, Liebe und innere Seelenruhe zu geben. In den Predigten, Unterhaltungen und Weissagungen lehrt sie den Menschen, ihr Leben, mit Liebe und Zuneigung zu füllen und allen Geschöpfen des Universums gewaltfrei und mit friedfertigen Gedanken zu begegnen. Raminde ist mit dem Wissen und ihren sehr starken mentalen Fähigkeiten in der Lage die Seelen der Menschen zu befrieden, ihnen Stärke und Selbstsicherheit zu geben. Überall wo sie erscheint, sehen alle zu ihr auf. Sie fühlen den Frieden und die Liebe zu den Geschöpfen dieses Universums in Ihren Herzen aufsteigen. Diese alles umfassende Kraft manifestiert sich mehr und mehr, ergreift Besitz von Ihnen und prägt letztlich die Gesellschaft der Regenten dieser Zeit.

 

Diese Effekte sind den führenden Diktatoren ein Dorn im Auge, denn sie wollen nicht, dass die Menschen sehend, liebend und friedfertig werden. Es sollen Menschen sein, die ungefragt alle Ziele und Gesetzte dieser Diktatur annehmen und in die Tat umsetzen, damit Reichtum und Macht für eine ausgesuchte, elitäre Gruppe, entstehen kann. Ihr Leben soll sich nur nach dem Willen dieser korrupten Machthaber ausrichten, damit diese diktatorischen Regenten ihre schändlichen Pläne verwirklichen können. In deren Augen muss Raminde zu Fall gebracht werden um ihre Zielsicherheit, diese mentalen Fähigkeiten auch einzusetzen, ein für alle Mal zu stoppen, wenn nicht sogar gänzlich auszulöschen. Somit wird allen anderen Anhängern der Lehren des „zwei Sonnenlandes“ die Quelle ihrer Lebensphilosophie genommen und wird somit nach und nach verlöschen.

 

Um das zu erreichen, gibt es nur ein Mittel. Die Liebe Ramindes zu Oseiron muss gebrochen und ihre Fähigkeiten vernichtet werden. Aus diesem Grund verfolgen und demütigen sie alle die sich mit Raminde und Oseiron verbünden um letztlich ihre Kräfte bündeln zu können. Wenn dieses Bündnis erfolg hat, ist die Regentschaft dem Untergang geweiht und eine neue, friedfertige Welt voller Ruhe und Liebe kann entstehen. Die Pläne der Diktatur wären somit dem Untergang geweiht.

 

Ramindes Energie und Kraft findet den zentralen Punkt in ihrem Haupt, dem Zentrum aller mentalen Kräfte die sie zur Verfügung hat. Um einen ständigen und dauerhaften Energieabfluss zu erreichen, der ein Schwächen und letztlich das völlige versiegen dieser mentalen Kraft zur Folge hätte, muss eine Methodik gefunden werden die diesen Zweck erfüllt. Einzig und allein aus diesem Grund führten die Ärzte der Regentschaft in Ramindes Hals, direkt unter dem Kehlkopf, ein Kupferröhrchen mit einem Durchmesser von 0,5 cm und einer Länge von 1,0 cm, ein. Diese Vorrichtung verhindert den Einsatz bestimmter mentaler Kräfte. Durch das Verbinden des Kupferröhrchens mit der Luftröhre fließt auf diese Weise stetig ihre energetische Kraft aus dem Hauptschakra ab.  Das wiederum hat zur Folge, dass nicht nur ihre mentale Kraft abfließt, sondern auch ihre Lebensenergie versiegt. Das Zentrum der Kraft, verliert Energie, stirbt sehr langsam und qualvoll, zieht den physischen Körper mit sich und geht über ins unendliche, ins „Nichts“, in die Schwärze aller Dimensionen.

 

Unten im Tal

 

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er Vorplatz im Tal ist mit Menschen angefüllt. Sie alle warten auf die Zeremonie. Ein derartiges Szenario hat es schon seid Uhrzeiten nicht mehr gegeben. In der Vergangenheit war diese Zeremonie nur in den äußersten Notfällen angewendet worden. Ein Rat der Weisen, des „zwei Sonnenlandes“, trat in solch außergewöhnlichen Zeiten für 5 Sonnenaufgänge zusammen und beriet darüber, ob es notwendig sei, die Zeremonie einzuleiten und durchzuführen. Zu dieser Zeit galten unumwunden die Grundsätze und Prinzipien der damaligen Lehren, wurden verantwortungsbewusst angewendet und letzten Endes von allen Menschen, die im „zwei Sonnenland“ lebten, mit getragen. Es waren Prinzipien die auf Frieden, Liebe, Gleichberechtigung und gewaltfreien Lebensgrundsätzen, beruhten.

 

Diese uralte Zeremonie wird nun verunglimpft und für das Böse benutzt.

 

Die Blicke der Menschen, die den Weg Ramindes hinunter zum Tal säumen, richten sich auf die Frau, die den Prozessionsweg hinunter zum Tempel, vor der großen Pyramide, ein letztes Mal gehen wird. Sie harren auf das unausweichliche Geschehen, dass nicht nur Raminde und Oseiron betrifft und zugleich eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit bedeutet, sondern noch sehr viele andere Menschen in den Bann des Verderbens ziehen wird. Die Fanfarenklänge vereinen sich mit dem Rauen, wispern und dem Wehklagen der Anwesenden. Die Sonne neigt sich, nahezu drohend und Unheilverheißend, dem Horizont zu und verschwindet sehr langsam hinter den Bergen.

 

Während dessen bewegt sich die kleine Gruppe, von Begleitern Ramindes, weiter in Richtung Taltempel. Sie erreichen in wenigen Metern die ersten Kolossalen Säulen auf dem großen Vorplatz. In diesem Moment, wo sie den Vorplatz betreten, erklingen in schnellen auf und ab schwellenden Tönen die Trommelschläge derjenigen Menschen die rechts und links an den schweren Holztoren des Taltempels Aufstellung genommen haben.

 

Nur noch wenige Hundert Meter trennen Raminde von dem Ende ihrer physischen Existenz in dieser Zeit. Sie denkt mit sehr großer Besorgnis und unendlicher Trauer an das Kind unter ihrem Herzen. Der einzige Trost, den sie hat, ist die Gewissheit, dass sie sich wieder begegnen werden. Ihr gemeinsames Kind, Oseiron und sie selbst, bekommen eine neue Chance, in einer fernen, glücklichen Zeit. Mit diesen Gedanken geht sie langsamen Schrittes an den Säulen vorbei in die Richtung der Holztore. Nur noch wenige Meter trennen sie vom Eingang in den Tempel, der nun mit dieser Schandtat entweiht wird. In diesem Moment ertönen zugleich die monotonen Gesänge zweier Köre. Die gleichförmige Musik versetzt die anwesenden zusätzlich in eine mystische Stimmung, die ihre Seelen in eine Schwingung der mentalen, geistigen, Schwere versetzt. Gleichförmig wiegen sie sich im Takt der Musik und sind nicht in der Lage zu denken, zu protestieren oder etwas dagegen zu tun.

 

Diese Gedanken, die sie während des schweren Weges überkamen, ließen ihre Schmerzen ein wenig ins Hinterlicht rücken.

 

„…es könnte so schön sein, ein Kind, entstanden aus Liebe – warum darf es nicht sein, ungeachtet welche Position jemand bekleidet. Oh, Oseiron, bitte, Du darfst uns nicht leugnen!“

 

Die Verzweiflung und auch Angst vor dem Ungewissen, lässt  diese Gedanken in ihrem tiefsten Inneren, entstehen. Noch fester umklammert sie den gewölbten Bauch, noch langsamer werden ihre Schritte. Es ist, als könne sie dadurch der Unausweichlichen Zeremonie entkommen. Raminde versucht ihren Schrei zu unterdrücken, ihr ganzer Körper verkrampf sich Zusehens, sie bekommt kaum noch Luft, so sehr versucht sie sich zu beherrschen, ihre Trauer und auch Wut nicht sehend zu preisen. Das Blut läuft ungehindert aus der Halsöffnung und lasst zusätzlich ihren sonst so starken Körper erschlaffen.

 

„… mein Hals, es tut so weh, ich kann meine Füße kaum noch aufsetzen, ich habe Angst zu fallen. Sie nehmen mir alles, mein Kind, meine Liebe und all meine Fähigkeiten, die das ausmachen, was mich auszeichnet. Das ist doch nicht die Wahrheit, Oseiron, lass es nicht zu, es kann nicht die Wahrheit sein. Das kann doch nicht das universelle Gesetz sein – Oseiron!“

 

Raminde schreit den Namen so stark in ihren Gedanken, dass ihr ganzer Körper erbebt, in der Hoffnung, dass es Oseiron erreicht.

 

Oseiron steht weit abseits von dieser Szene. Er fühlt sich nahezu Machtlos. Seine Gedanken schweifen ab und senden Raminde aber dennoch Trost und Zuversicht. Er hat die Gewissheit, dass sie sich wieder sehen werden. Vor seinem geistigen Auge sieht er das Kind unter dem Herzen seiner geliebten Raminde. Er stellt sich vor, wie es werden wird in der Gegenwart und in einer fernen Zeit. Er blickt während dessen starr und abwesend in die Richtung der schweren Holztore, dennoch spürt er deutlich: rechts und Links von ihm stehen seine Begleiter. Es sind diejenigen, die ihm und Raminde, so unendliches Leid zufügen. Er wird von ihren scharfen Blicken durchbohrt. Diese Blicke lassen keinen Zweitel zu. Sie bedeuten die pure, alles durchdringende, Bosheit in Person. Esahra kommt ihm nun spontan in den Sinn. Er ist im Grunde seines Herzens nicht boshaft, sondern seit unendlich langer Zeit immer ein weiser Lehrer und Vater für Raminde gewesen. Sein alles durchdringender Gedanke ist: was wird aus dem Kind. Wie wird es aufwachsen? Können er und Esahra sich dem Kind zuwenden und es erziehen? Wird es gelingen dem Kind eine glückliche Zukunft zu bieten? Ohne die Nähe und Zärtlichkeit einer liebenden Mutter? Was soll ich tun? Mich zu dem Kind bekennen und dafür alles wofür er in dieser Zeit eintritt, in diesem Leben, verlieren? Die unausweichliche Folge wäre den Menschen keinen Trost mehr spenden zu können. Er könnte nicht für sie eintreten und ihnen das „Alte Wissen“ beibringen. „Die Quelle der Weisen Lehren“ würde mit ihm und den anderen Priestern des „Zwei Sonnenlandes“ für immer versiegen. Bosheit und Chaos wird sich verbreiten und allen Menschen in diesem Land, Unglück bringen. Was wird dann aus unseren Kindern? Wie werden sie Leben können? Was werden sie lernen?

 

Bei diesen Gedanken überkommen ihm Zweifel und Traurigkeit. Er fühlt sich schuldig, zugleich machtlos und stellt sich die Fragen: wie soll ich mich entscheiden? Was ist das Richtige? All diese Gedanken, die vorherigen und die jetzigen, rasen durch sein Bewusstsein, stiften Verwirrung und erzeugen eine unendliche Traurigkeit. Sein physischer Körper wird schwach und gibt nach. Oseiron strauchelt, droht in Ohnmacht zu fallen, die Beine geben nach, die Sinne schwinden, und sein Blick wird trübe. Alles um ihn herum beginnt sich sehr langsam aufzulösen, bis ihn eine „bedrohliche Schwärze“ umgibt…

 

(Oseiron wird Ohnmächtig)

 

Das Spiel der Trommler und Köre, rechts und links der Holztore, begleitet diese Szene, umschließt die Gemüter der Anwesenden und versetzt sie in eine Schwingung der körperlichen und geistigen Schwere. Niemand ist in der Lage sich diesen Einflüssen zu entziehen. Diese Zeremoniemusik versetzt die Menschen im Inneren des Tempels, durch ihre spezielle Schwingung, in eine bis dahin noch gänzlich unbekannte Schwermütigkeit, die sich in körperlicher und geistiger Reaktionsunfähigkeit manifestiert. Die nahezu geistesabwesenden Blicke aller Anwesenden richten sich auf die kleine Gruppe von Menschen, in deren Mitte sich nun Raminde befindet. Sie durchschreitet in diesem Moment den Eingang in den Tempel und man sieht es ihr jetzt deutlich an, dass sie an Stärke verloren hat. Sie fühlt sich schwach und ist sehr traurig. Sie atmet die schwere Luft im Tempelinneren, die stickig ist und nach Rauch, Schweiß und altem Gemäuer riecht. Auf und abschwellende, rhythmische Geräusche, die von den Trommlern und Kören in das Innere dringen, bahnen sich unaufhaltsam ihren Weg in den Tempel und verfehlen ihre Wirkung nicht. Der duftende Weihrauch und die Gebete, die sich wie das eintönige murmeln von tausenden Stimmen anhören, bringen diejenigen, die sich bisher noch mental und geistig gegen die Wirkungen dieses Aufgebotes der Macht gewehrt haben, zum Wanken. Sie stimmen in das murmelnde Gebet der vierhundertfünfzig Menschen vor- und im Inneren des Tempels ein und sind machtlos.

 

Die Sonne ist inzwischen hinter den Bergen versunken. Hunderte Fackeln säumen den Prozessionsweg bis hinunter zum Taltempel, versetzen den Tempel und die große Pyramide dahinter, in diffuses Licht. Nahezu gespenstisch werfen die Großen Säulen ihre Schatten auf die große Pyramide und den Tempel. Sie geben der ganzen Szene etwas Mystisches und ein unheildrohendes Aussehen. Ein leichter Wind weht von der Wüste herein und erzeugt zusätzlich ein leises, stetiges Rauschen. Die Windgeräusche brechen sich an den Säulen und geben zu weilen ein durchdringendes Zischen und Pfeifen ab. Hinter der kleinen Gruppe, in deren Mitte sich Raminde in das tempelinnere bewegt hat, strömen die Menschen vom Vorplatz in den Tempel und füllen die Emporen, Freiflächen und Sitzgelegenheiten. Nachdem alle Ihre Plätze eingenommen haben, herrscht nun vollkommene Ruhe im Tempel. Bereits nach wenigen Minuten des Schweigens ertönen die Gebete der Priester. Im Hintergrund sind leise und eindringlich klingende Trommelwirbel zu hören. Rauch steigt auf und taucht den riesigen Tempelraum in leichten Nebel. Das Licht der Fackeln paart sich mit dem Nebel und verbreitet eine mystisch anmutende, nahezu bedrohliche, Atmosphäre. Die Menschen ergeben sich zwangsläufig in diese tiefe und eindringliche, emotionale Stimmung. Sie geben auf, kämpfen nicht mehr, sind willen- und machtlos, ergeben sich den herrschenden Regenten.

 

Abseits von dieser Szene, auf einer am hinteren Ende des Tempels, angeordneten Empore, stehen in mitten der Menschenmenge sechs unauffällige Priester. Sie wiegen sich ebenfalls im Takt der Klänge und sind scheinbar, ebenso wie alle anderen, in die Situation ergeben. Nur ihre Blicke, die Augen und die Gesichtszüge, verraten ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie beobachten das Geschehen sehr genau und registrieren jede, dem allgemeinen Rhythmus entgegen stehende,  Auffälligkeit. Unbeachtet von allen anderen nimmt jeder von ihnen alles in sich auf was der allgemeinen, künstlich kreierten, Situation widerspricht. Ihr Verhalten verrät dem aufmerksamen Beobachter, dass sie ein Ziel verfolgen und es entschlossen durchsetzen werden.

 

Wer sind sie? Welches Ziel verfolgen diese, wie Priester aussehenden, Menschen?

 

In diesem Moment findet eine unauffällige Unterhaltung zwischen zwei von ihnen statt. Sie wechseln einige kurze Worte, während ein weiterer Priester diese Szene verlässt und sich in Richtung Holztore bewegt. Die anderen 5 beobachten das geschehen weiter und bewegen sich im Takt der Menschenmenge. Der Priester der die Szene verlassen hat, bewegt sich nun durch die großen Holztore ins freie. Er geht sehr schnell in Richtung Sonnenuntergang um einen kleinen Tempelbau herum, der direkt seitlich der großen Tempelanlage angeordnet ist. Dort steht in einer Mauerniesche ein schwarzes Pferd. Er schwingt sich geschickt auf das Pferd und verschwindet mit einem rasanten Tempo in Richtung Wüste.  

 

(Oseiron wird weg bracht)

 

Während dessen hat die Gruppe um Raminde das Zentrum des Tempels erreicht. Sie atmet schwer, sie ist stark geschwächt und droht zu versagen. Aber dennoch, mit letzter Kraft straft Raminde ihren Körper, zeigt keine Schwäche, im Gegenteil, sie vermittelt jetzt Stärke, Mut und Zuversicht die allen Anwesenden Kraft und Energie spenden wird.

 

Alle Menschen dieser Zeit werden die sterbenden Lehren, die Weisheit, mentale Stärke und Friedfertigkeit der Kultur des „Zwei Sonnenlandes“ in eine ferne Zukunft tragen. Sie werden die letzten Momente von Raminde, ihren Mut und die starke Energie ihrer Meisterin im Herzen behalten. Sie werden es den Kindern erzählen und die wiederum berichten es ihren Kindern. Auf diese Weise werden die letzten Stunden der mutigen, starken Raminde durch die vielen Generationen hindurch allen Menschen berichtet.

 

Ihre Geschichte wird zur Legende, die irgendwann, wenn die Zeit dazu reif ist, in eine neue Zeit hineingeboren wird. Ein ganz besonderer Mensch wird dafür Sorge Tragen das sich das Vermächtnis des Zwei Sonnenlandes und ihrer Meister in eine neue Zeit manifestiert und Früchte tragen kann. Die Menschen in einer fernen Zeit werden sich derer annehmen die wiedergeboren werden um kund zu tun was ihren Vorfahren versagt geblieben war. Die wiedergeborenen steigen nach ihrer Aufgabe in die Dimension des Lichtes auf, zum Schöpfer allen Seins um ihm zur Seite zu stehen und der Menschheit Frieden, Licht, Liebe und ihre natürlichen Fähigkeiten zurück zu geben. Mithin hören die bösartigen aller Gesellschaften dieser Erde auf zu existieren.

 

Die Zeremonie der Zerstörung im Tempel der heiligen Pyramide

 

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aminde wird zu einer Plattform aus Granit geführt. In der Mitte befindet sich ein Becken aus reinem Diorit. Es ist soweit in den Granitboden eingelassen, dass sich der Beckenrand etwa 20 Zentimeter über dem Granitboden befindet. In diesem Becken ist Wasser eingefüllt das nach einem sehr alten Ritual, mit einer besonderen Information versorgt wird.

 

In der Blütezeit des zwei Sonnenlades wurde dieses Ritual unter anderem dazu verwendet das Wasser mit einer universell verfügbaren Energie zu versorgen um den damaligen Menschen Kräfte zuzuführen die ihre mentalen Fähigkeiten stärken und vervielfachen können. Jetzt, mit diesem Ritual der Regenten, wird all das Gute zum Bösen gekehrt. Das Unheil nimmt seinen Lauf.

 

Ramindes Blick ist fest, sicher und entschlossen auf die Menge gerichtet. Sie hegt keinerlei Groll gegen die Menschen, die Zusehen müssen. Sie sind den Regenten dieser Zeit schutzlos ausgeliefert und haben fortan keinen Schutz, keine Hilfe mehr. Sie werden allein auf diejenigen angewiesen sein die übrig geblieben sind. Diese jedoch, die übrig sind, werden ihr Wissen weiter entfalten, es im geheimen schulen und zu neuen Meistern werden. Eines Tages, zu einer ungewissen Zeit, stehen diese übriggebliebenen auf und werden mit doppelter Kraft und Stärke den Menschen Schutz und Halt bieten, ihnen Mut spenden und sie zu neuen Ufern führen. Das geheime Wissen  und die Weissagungen alter, sehr weiser Meister, aus den zwei Sonnenländern, wird sich ihnen offenbaren und sie ebenfalls zu meistern werden lassen! Mit diesen Gedanken und Ihrer nahezu grenzenlosen Zuversicht lässt sie das nun folgende über sich ergehen und gebraucht ein letztes Mal ihre schier endlose Macht.

 

Im Pyramidentempel herrscht eine bedrohliche Ruhe. Die Blicke der Menschen richten sich auf das Tempelzentrum. Es ist nur das leise Knistern der Fackeln an den Tempelwänden, rundum die unheilvolle Szene, zu hören. Diffuses Licht und leichte Nebelschwaden, die von den  Fackeln und Weihrauchkerzen erzeugt werden, erfüllen den riesigen Tempel und schweben in unruhigen, wabernden Schwaden durch den Raum. Diese Szene verbreitet Angst und Unsicherheit unter den Menschen. Das atmen fällt ihnen schwer, sie sind nicht in der Lage klar zu denken und sich mental zur Wehr zu setzen. Ihre Fähigkeiten sind in diesen Momenten nicht verfügbar. Apathisch wiegen sich die wehrlosen Menschen im Takt leiser Harfenklänge. Plötzlich und völlig unerwartet dröhnen rhythmisch auf und abschwellende Trommelschläge von einer Empore, nahe dem Tempelzentrum, hinunter zu den verängstigten, Menschen.

 

Raminde steht ruhig am Rand des Beckens. Aufrecht und stolz schaut sie fest und entschlossen auf den Prozessionszug der sich ihr indessen langsam nähert. Ihre Gedanken sind bei ihrem Kind, das Raminde unter ihrem Herzen trägt. Sie spendet dem Kind in Gedanken Wärme und Liebe! Was außer den eingeweihten niemand wissen kann, vollzieht sich jetzt, in diesen Momenten!

 

„Mein liebster Schatz. Hoffnungsvoll und mit Liebe denke ich an Dich, gebe Dir meine Energie und mein Wissen, jetzt, hier und heute! In diesem Moment übertrage ich Dir alles was ich weis! Du trägst das Geheimnis der Lehren des „Zwei Sonnenlandes“, von heute an, fest und sicher in Dir, in Deinem Herzen! In einer fernen Zeit kannst du dich an das Wissen erinnern und es wird dir in Deinen Gedanken erscheinen. Du wirst stark sein und die Kraft der Lehren des „zwei Sonnenlandes“ und die mentale Stärke zweier Menschen in Dir tragen. Sie, diese unendlich starken Kräfte, werden sich in Deinem Herzen konzentrieren und Dir alsbald eine sehr große Macht verleihen! Bewahre Deine kommenden Fähigkeiten gut und benutze sie zum Guten für die Menschen! Nun, ich bin schon sehr schwach. Unsere Verbindung wird sich sogleich lösen. Sie nehmen mir alles was ich liebe! Aber wir begegnen uns wieder, so der große Priester und Meister es will, in einer fernen Zeit, irgendwann und irgendwo in den Weiten des Universums. Ich liebe Dich über alles, bis in alle Ewigkeit.“

 

Die Priester, die alles beobachten, was vor sich geht, bemerken, dass Raminde zu schwanken beginnt. Sie schaut konzentriert nach oben an die Decke des Pyramidentempels. Ihr Blick ist dabei dennoch fest und sicher durch die Decke, in die Weiten des Universums gerichtet. Die Handbewegung eines der beobachtenden Priesters geheißt einem Diener, der am Rand des Tempelzentrums steht, Raminde unauffällig zu stützen. Sie wollen das Ritual des Bösen auf jeden Fall durchführen und das Kind der beiden unwürdigen in Gewahrsam nehmen.

 

Alle diejenigen die diesem Prozessionszug angehören, es sind sieben an der Zahl, sind mit langen, bis zum Boden reichende, schwarze Talare bekleidet. Auf dem Rücken befindet sich ein in weiß gehaltenes Symbol das an eine Doppelsonne, durchkreuzt mit zwei diagonalen Balken, erinnert.

Diese Regenten ahnen in diesen Minuten nicht das Raminde das letzte Ritual einer Meisterin des „Zwei Sonnenlandes“ vollzieht und ihr uraltes Wissen auf diese Weise weiter geben wird, es sicher in das reine Herz ihres Kindes übergehen lässt. Damit beendet sie selbst, mit der Hilfe dieses sehr alten, kaum gebrauchten, geheimen Rituals ihr Leben. Ihre Lebensenergie wird von diesem Moment an sehr schnell in die unendlichen Weiten des Universums übergehen. Die Kraft und Energie des alten Wissens des „Zwei Sonnenlandes“ aber, fließt in das Herz des Kindes von Raminde und Oseiron und wird auf diese Weise bis in alle Ewigkeit erhalten bleiben. Eines Tages, wird es wieder erscheinen, getragen von einem Menschen der dessen würdig ist!

 

Vorläufiges ENDE…

 

© by Volker Hochmuth 2012

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